Aktiver Gehörschutz am Arbeitsplatz

Eine dauerhafte Belastung durch Lärm am Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur negativ auf die Fähigkeit zur Konzentration und die Arbeitsleistung aus, sondern kann auch die Gesundheit von Mitarbeitern ernsthaft gefährden.

Umso wichtiger ist es, dass Mittel und Wege gefunden werden, um den Geräuschpegel im Büro oder anderen Arbeitsplätzen zu reduzieren. So gut wie jedes Unternehmen sollte Überlegung zum Lärmschutz seines Teams anstellen. Welche Schutzausrüstungsgegenstände und raumakustische Maßnahmen sich dafür eignen und welche Risiken fehlender Gehörschutz mit sich bringt, wird in diesem Artikel erklärt.

Warum ist aktiver Gehörschutz im Büro wichtig?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat für das Jahr 2016 festgestellt, dass mehr als 6.850 Arbeitnehmer aufgrund von hoher Lautstärke im Office an einer Hörminderung erkrankt sind.

Einzelne Gründe für die Lärmbelastung waren bei der Erhebung der Daten unerheblich, so dass sowohl laute Maschinen als auch die dauerhafte Beschallung durch Radios oder Telefongespräche für die Erkrankung ursächlich waren.

Umso gefährdend können demnach nicht nur hohe Schalldruckpegel sein, sondern auch moderate, andauernde Geräuschkulissen. Die ermittelte Anzahl der Betroffenen macht die Lärmschwerhörigkeit zu einer der häufigsten Berufserkrankungen, die es aktuell gibt.

Ab einem Lärmpegel von 80 Dezibel ist ein Arbeitgeber aufgrund der erheblichen potenziellen Schäden dazu verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA, als Gehörschutz zur Verfügung zu stellen. Übersteigt die Geräuschkulisse einen Wert von 85 Dezibel, muss der Arbeitgeber sogar regelmäßig kontrollieren, ob der Gehörschutz ordnungsgemäß und zuverlässig verwendet wird.

Wie kann sich gegen Lärm bei der Arbeit geschützt werden?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den alltäglichen Lärmpegel in einem Büro effektiv zu reduzieren. Dazu gehört zum einen die Verwendung von Produkten wie Ohrstöpseln, die das Gehör des Mitarbeiters selbst aktiv schützen.

Dabei sollte jedoch auf eine genaue, dem Arbeitsplatz entsprechende Lösung geachtet werden. Beim Hörakustiker gibt es individuell angepasste Ohrenstöpsel, die trotz der Schutzwirkung weiterhin Kommunikation ermöglichen.

Zum anderen kann die allgemeine Geräuschkulisse im Büro mit kleinen Tricks und Einrichtungsentscheidungen deutlich verringert werden. Hier finden Sie eine Liste mit sinnvollen Optionen zur Minimierung der Lärmbelastung im Büro:

Verwendung von lärmdämpfenden Materialien

Befindet sich ein Großraumbüro gerade noch im Bau, kann schon zu diesem Zeitpunkt an das Thema Lärmschutz gedacht werden. Bestimmte Materialien für die Decken, die Wände und die Böden reduzieren die Schallübertragung und die -reflexion im Vergleich zu anderen. Für den Boden eignen sich vor allem Teppichmaterialien sowie weiche Kunststoffe.

Verwendung von Raumteilern

Als Raumteiler können beispielsweise Schränke oder Regale dienen. Sie dämpfen den Schall in Großraumbüros und trennen die Arbeitsplätze zusätzlich räumlich ab. Auf diese Weise wird auch das Ablenkungsrisiko durch optische Reize reduziert. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, spezielle Stellwände als Raumteiler zu verwenden.

Aufhängen von Schallschluckern

Es gibt sogenannte Akustikvorhänge oder Flächenvorhänge, deren Funktion es ist, Schall effektiv zu absorbieren. Sowohl die Geräusche selbst als auch der dadurch verursachte Hall innerhalb von großen Räumen können auf diese Weise vermindert werden. Weiterhin können Akustikbilder dafür eingesetzt werden, den Lärm in kleineren Büros zu „verschlucken“.

Verbannung von Druckergeräten aus dem Büro

Drucker und Kopierer arbeiten in vielen Fällen sehr laut und erzeugen unregelmäßige Geräusche, die zu erhöhtem Stress führen können. Es ist daher ratsam, Druckergeräte außerhalb des Büros aufzustellen. So beispielsweise in einen eigenen Druckerraum oder in die Küche.

Vermeidung von Großraumbüros

Je mehr Mitarbeiter sich ein Büro teilen, desto lauter wird automatisch auch die Arbeitsumgebung. Sind die Büroräume erst einmal gebaut und eingerichtet, lässt sich an der Architektur aber natürlich nur noch wenig ändern. Helfen kann es jedoch, die Schreibtische nicht genau gegenüber, sondern versetzt aufzustellen, da sich so die Gesprächsrichtungen beim Telefonieren nicht überschneiden können.

Gehörschutz oder Ohrstöpsel

Lässt sich eine auf Dauer bedrohliche Lärmbelastung auf anderem Wege nicht weiter eindämmen, kommen Alternative Produkte für den persönlichen Gehörschutz infrage. Hierfür eignen sich am besten maßangepasste Gehörschutzlösungen, die die Umgebungslautstärke dämpfen, ohne dabei den Klang der Geräusche zu verändern.

Andere Möglichkeiten zur Lärmreduzierung im Office

Neben den bereits genannten Maßnahmen zum Schallschutz gibt es auch noch alternative Herangehensweisen. Durch feste Telefonpausen oder das Verbot von Privatgesprächen im Großraumbüro lässt sich der Lärmpegel beispielsweise zusätzlich minimieren. Es kann außerdem sinnvoll sein, Meetings grundsätzlich nur in gesonderten Räumen abzuhalten.

Gerne beraten Sie unsere Experten bei VEHR Hörakustik zu passenden Lösungen. Kontaktieren Sie uns.

Welche Risiken entstehen durch fehlenden Gehörschutz?

Ein fehlender Schallschutz bei gleichzeitiger Dauerbeschallung kann verheerende Folgen auf die psychische und körperliche Gesundheit von Mitarbeitern haben.

Zu den häufigsten akuten Einschränkungen während des Aufenthalts in einem lauten Büro gehören Schwierigkeiten bei der Konzentration, Gereiztheit, Kopfschmerzen sowie Stress.

Diese Symptome schädigen die Betroffenen nicht nur vorübergehend, sondern fördern auf lange Sicht die Entstehung vieler weiterer Erkrankungen. Zu diesen zählen unter anderem Bluthochdruck, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Burnout. Im weiteren Verlauf kann ein hoher Lärmpegel auch zu vorübergehender oder chronischer Hörminderung führen.

Einen weiteren großen Einfluss hat ein mangelhafter Schallschutz zudem auf die arbeitsrelevante Leistungsfähigkeit, die die Produktivität eines ganzen Unternehmens merklich vermindern kann.

So provoziert eine nicht optimale Konzentration Flüchtigkeitsfehler, Überreiztheit wirkt sich schädlich auf die Kundenfreundlichkeit aus und Stress sowie Kopfschmerzen verlangsamen die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit.

Auch ein eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis durch einen fehlenden Gehörschutz hat negative Folgen auf die Qualität der geleisteten Arbeit. Studien haben bereits gezeigt, dass es jedes Jahr mehrere Milliarden Euro kostet, die Folgen von zu geringem Gehörschutz im Office abzufangen.

Fazit

Ein zu geringer Gehörschutz im Büro verursacht psychischen Stress, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Hörverlust. Langfristig gesehen leidet darunter nicht nur die Gesundheit und die Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern auch die Effektivität des Unternehmens.

Ein rechtzeitiger und effektiver Lärmschutz liegt daher im Interesse eine jeden Arbeitgebers und spart langfristig vermeidbare Kosten. Welche Lösung die individuell richtige ist, erfahren Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch bei den Experten von VEHR Hörakustik in Lingen, Meppen, Spelle, Rheine und Salzbergen.

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